Grundversorgung: der teuerste Tarif, den du nie bestellt hast

Umgezogen, Anbieter pleite, nie gewechselt? Dann zahlst du wahrscheinlich Grundversorgung – und damit fast immer den höchsten Preis im Ort. So kommst du in zwei Wochen raus.

Grundversorgung

Es gibt einen Stromtarif, den niemand aktiv abschließt – und in dem trotzdem Millionen Haushalte stecken: die Grundversorgung. Du landest automatisch darin, wenn du in eine Wohnung einziehst und Strom verbrauchst, ohne einen Vertrag abzuschließen. Oder wenn dein bisheriger Anbieter ausfällt. Der örtliche Grundversorger beliefert dich dann einfach weiter. Das ist praktisch, denn das Licht geht nie aus. Es ist nur eben auch teuer.

Warum die Grundversorgung fast immer der höchste Preis ist

Der Grundversorger muss jeden beliefern – auch Kunden mit schlechter Zahlungshistorie, auch kurzfristig, auch ohne Kalkulierbarkeit. Dieses Risiko preist er ein. Dazu kommt: Wer in der Grundversorgung ist, vergleicht selten. Es gibt für den Versorger schlicht wenig Grund, diesen Tarif attraktiv zu machen.

In der Praxis liegt der Arbeitspreis der Grundversorgung regelmäßig deutlich über dem, was derselbe Versorger Neukunden in seinen Sonderverträgen anbietet – vom restlichen Markt ganz zu schweigen. Bei einem durchschnittlichen Haushalt kommt da über ein Jahr schnell ein spürbarer dreistelliger Betrag zusammen, für exakt denselben Strom aus exakt derselben Leitung.

Woran du erkennst, dass du in der Grundversorgung bist

Wirf einen Blick auf deine letzte Jahresabrechnung: Steht dort „Grundversorgung", „Basistarif" oder der Name deines örtlichen Stadtwerks, obwohl du nie bewusst etwas unterschrieben hast, bist du sehr wahrscheinlich drin. Schick mir die Jahresabrechnung – ich sage dir innerhalb von 48 Stunden, was du zahlst und was du sparen kannst.

Die gute Nachricht: zwei Wochen Frist

Die Grundversorgung ist der einzige Tarif mit gesetzlich garantiert kurzer Kündigungsfrist: zwei Wochen, jederzeit. Keine Mindestlaufzeit, keine Bindung, kein Kleingedrucktes, das dich hält. Du bist also genau einen Brief – oder in meinem Fall: eine WhatsApp – vom Wechsel entfernt.

„Die Grundversorgung ist ein Sicherheitsnetz. Wohnen sollte man darin nicht."

So läuft der Ausstieg konkret

  • Jahresabrechnung schicken. Daraus lese ich Verbrauch, Arbeitspreis, Grundgebühr und Netzgebiet.
  • Vorschlag bekommen. Ich vergleiche über 80 Anbieter und rund 350 Tarife – inklusive Preisgarantie und Kündigungsbedingungen, nicht nur den ersten Jahrespreis.
  • Zurücklehnen. Kündigung, Anmeldung und Abstimmung mit dem Netzbetreiber übernehme ich. Deine Versorgung läuft dabei ohne Unterbrechung weiter – das ist gesetzlich garantiert.

Und danach? Bleibe ich dran. Wenn dein neuer Vertrag ausläuft oder der Anbieter die Preise erhöht, melde ich mich – bevor du wieder irgendwo automatisch landest.